16.Des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen

 

Frage:

 

Was bedeutet die Aussage der Heiligen Schrift: „Des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein“ (Math. 10 :36). Sehen wir dann unsere Väter und Mütter und Verwandten als unsere Feinde an?!

 

Die Antwort:

 

Diese Aussage wurde zu einer bestimmten Situation gemacht und sie darf nicht verallgemeinert werden.

 

Dieser Satz wurde in Bezug auf den neuen Glauben gesagt, den der Herr Christus verkündet hat . Dieser Glaube wurde von einigen Mitglieder einer Familie angenommen und von den anderen abgelehnt und so entzweite diese Lehre den Sohn „   mit seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein“ (Math. 10: 34-36).

 

Des Menschen Feinde sind dann seine Hausgenossen, wenn sie ihm vom Glauben wegbringen.

 

Das tun sie, indem sie sich selbst verantwortlich für die Bewahrung des väterlichen Glaubens sehen. Wenn derjenige, der den Glauben an Jesus angenommen hat, ehemaliger Jude oder Heide war, dann stehen all seine Hausgenossen gegen ihn, um ihn davon abzubringen und somit sind des Menschen Feinde seine Hausgenossen.

 

Dieser Satz ist nicht zu verallgemeinern, weil die Heilige Schrift uns unseren eigenen Hausgenossen empfiehlt.

 

Und so sagt der Apostel: „Wenn aber jemand für die Seinigen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, hat er den Glauben verleugnet und schlimmer als Ungläubiger.“ (1Tim. 5:8 ).

 

Was bedeutet dieser Satz noch?

 

Des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen, wenn er sie mehr liebt als den Herrn.

Und so sagte der Herr direkt nach diesem Satz : „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich ist meiner nicht wert.“ ( Math. 10:37 ).

 

Also wir lieben unsere Hausgenossen und sorgen für sie, aber wir lieben sie nicht mehr als den Herrn. Wir gehorchen ihnen auch nicht mehr als dem Herrn, sonst werden sie unsere Feinde. Gott hat uns zwar befohlen, die Eltern zu lieben und ihnen zu gehorchen, aber die Heilige Schrift sagt bestimmend für diese Gehorsamkeit:

 

„Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn“

(Epheser 6:1)

 

Der Ausdruck „im Herrn“ bedeutet, im Rahmen des Gebotes des Herrn. Sollte deine Gehorsamkeit deinen Eltern dich von der Gehorsamkeit Gott Gegenüber abbringen, dann  werden „des Menschen Feinde seine Hausgenossen sein“.

 

Außerdem gilt dieser Satz für viele andere Bereiche :

 

Wenn die Hausgenossen dagegen sind, dass der Mensch sein Leben für Gott widmet

 

Ein Diener Gottes wird dazu aufgerufen, als Priester geweiht zu werden. Alle freuen sich und empfehlen ihn oder einer möchte Mönch werden und alle freuen sich und gratulieren ihm. Mitten unter der Freude kommen seine Hausgenossen und stellen sich gegen ihn. Die Mutter weint in Trauer und wird krank. Der Vater schreit wütend und droht. Sie werden manchmal auch gewalttätig gegen ihn und setzen alle möglichen Hindernisse vor ihm. Jeder, der diese Tragödie sieht, sagt traurig: Wahrlich, des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen.

 

Ähnlich ist es auch, was manchmal beim Zwingen zur Ehe vorkommt.

 

Oft leiden die jungen Frauen darunter. Falls ein Heiratskandidat die Mutter und den Vater überzeugt, so muss das Mädchen ihn akzeptieren, egal ob sie ihn unsympathisch findet !!

Und nun aufgrund des starken Drucks, akzeptiert sie ihn gezwungenermaßen und lebt in ihrer Ehe ein sehr unglückliches Leben. Manchmal kommt es vor, das die Beziehung mit vielen Problemen  oder sogar mit der Scheidung endet.

 

Auf der Scheidungsurkunde sollte geschrieben werden :

„Des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen“

 

Darunter kommt ebenfalls die Einmischung in das persönliche Leben

 

Die Einmischung in das geistliche Leben aus familiärer Autorität.

 

Der Vater verbietet dem Sohn das Fasten aus Sorge um seine Gesundheit!!

Noch dazu kommt, dass der Vater den Beichtvater kontaktiert, damit er (der Beichtvater) seinerseits den Sohn dazu zwingt, nicht zu fasten. Dies alles geschieht aus falsches Mitleid um den Sohn.

 

Oder sie verbieten dem Sohn, in der Kirche zu dienen oder zur der Kirchenversammlungen zu gehen, mit der Ausrede, dies alles nehme viel von seiner Zeit in Anspruch. Ebenfalls deswegen verbieten sie dem Sohn, seine Aktivitäten als Diener in der Kirche wahrzunehmen.

 

Oder die Eltern verbieten dem Sohn, Klöster zu besuchen oder Exerzitien mitzumachen aus Angst, er würde sich zum Mönchtum hingezogen fühlen

 

Manchmal verbieten die Familien ihren Kindern die Religiosität überhaupt und zwar aus Angst vor Fanatismus!!

 

Manchmal gehen sie soweit, dass sie ihm Unterhaltungsmöglichkeiten aufzwingen, die gegen sein Gewissen sind oder die sein geistliches Leben schwächen , dabei denken sie, dass sie ihn glücklich machen...

 

Manchmal verlangt die Familie von ihrem Sohn, dass er sie verteidigt auch durch Lügen und zwar egal wie sie im Unrecht sind.

 

Er soll ihre Verhaltensweisen entschuldigen und verteidigen, egal wie klar und unübersehbar ihr Verfehlen ist. Falls er das nicht tut, dann ist er ein ungehorsamer Sohn oder im Falle der Ehefrau; dann ist sie keine treue Ehefrau und im Falle eines Bruders, dann ist er ein undankbarer Bruder.!!

 

Oder die Familie verlagt, dass der Sohn ihre Feinde für die eigenen Feinde erklärt.

 

Er muß über die Feinde seiner Familie schlecht reden. Der Sohn darf auch diejenigen nicht besuchen, wo die Familie deren Besuch verboten hat. Gezwungenermaßen bricht er alle Kontakte, wo seine Familie ihre Kontakte eingestellt hat...

Und somit befindet er sich in einer Situation, wo er einige geistliche Tugenden verloren hat . In diesem Fall sind des Menschen Feinde seine Hausgenossen.

 

Die Hausgenossen könnten auch des Menschen Feinde sein durch die falsche Führung und das schlechte Beispiel.

 

Das ist das, was jeder Sohn erfährt, der in einer unreligiösen Familie aufgewachsen ist. Diese Familie versucht natürlich den Sohn so nach ihren Sitten und ihrem Lebensstil zu erziehen ...

 

Ein Beispiel für einen schlechten Rat von den Hausgenossen war der Rat von Rebekka an ihren Sohn Jakob, seinen Vater zu täuschen, um den Segen des Vaters zu bekommen (1Moses 27). Diese Vortäuschung hatte dem Jakob viel Kummer in seinem Leben bereitet.

 

Aber warum bestimmt die Heilige Schrift besonders

„die Hausgenossen“?

Die Hausgenossen haben einen massiven emotionalen Einfluss. Sie haben ebenfalls die familiäre Autorität und sie besitzen die Möglichkeit, sowohl den psychischen als auch den finanziellen Druck zu üben.

 

Die Hausgenossen haben das Gefühl, sie hätten wohl  gutes Recht, sich in das private Leben des Sohnes einzumischen und ihre Meinung ihm aufzuzwingen!

Das ist etwas, was die Fremden nie behaupten würden, die nicht zu den Hausgenossen gehören...

 

www.kopten.at

Jahre mit den Fragen der Menschen - Teil V - Geistliche Fragen und Fragen über die Heilige Schrift

Seine Heiligkeit Papst Schenouda III

 

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