14.Gilt das Verbergen einiger Wahrheiten als Lügen?

 

Frage

 

Gilt das Verbergen einiger Wahrheiten als Lügen?

 

Die Antwort

 

Bei manchen Fällen ist der Mensch vor seinem Gewissen und vor den Anderen dazu verpflichtet, einige Wahrheiten nicht zu verbergen. Er muss die Wahrheit , die ganze Wahrheit sagen.

 

Aber bei vielen Fällen ist das Verbergen einiger Wahrheiten keine Sünde und beinhaltet ebenfalls keine Lüge, zum Beispiel:

 

1. Jeder Mensch hat seine Geheimnisse und private Angelegenheiten. Nicht jeder Mensch ist dazu verpflichtet, über seine privaten Geheimnisse  zu reden.

 

Wurdest du über deine privaten Geheimnisse gefragt, und du sprichst darüber nicht, dann ist das dein gutes Recht. Besonders weil es viele Neugierige gibt, die alle Geheimnisse der anderen wissen wollen. Diese neugierigen Leute fragen die betroffene Person indiskrete Fragen, das Privatleben der Anderen betreffend, und bestehen darauf und üben Druck mit dem Ziel aus, alles zu erfahren. Sie pressen die anderen wie eine Zitrone, bis sie alle Informationen von ihnen bekommen.

 

Du hast wohl das Recht, diesen Neugierigen keine Antwort zu geben...

 

Du kannst schweigen oder keine Antwort geben. Oder du kannst das Thema wechseln. Du kannst dich höflich entschuldigen. Ebenfalls kannst du Begegnungen mit diesen Leuten meiden. Oder du beendest das Gespräch mit ihnen. Oder du ziehst dich zurück. Und bei all dem lügst du nicht...

 

Wir machen hier solchen Neugierigen in diesem Artikel darauf aufmerksam, dass sie sich nicht in die privaten Angelegenheiten von Anderen einmischen dürfen.

Denn durch ihr Verhalten verführen sie die anderen: Sie könnten durch den Druck, den sie auf die anderen ausüben, die anderen zum Lügen zwingen oder sie bringen die anderen so in Verlegenheit, dass diese plaudern und es später bereuen.

 

Ein anderer Punkt, wo du das Recht hat, einige Wahrheiten zu verbergen, sind die Geheimnisse von anderen.

 

2. Es ist sogar deine Pflicht, die Geheimnisse anderer zu wahren und sie nicht bekannt zu machen. Wenn du diese Geheimnisse verbirgst, ist das eine Tugend und keine Sünde. Du kannst aber ehrlich sein und sagen: Ich kann nicht über die Geheimnisse der anderen reden.

 

Diejenigen, die darauf bestehen, die Geheimnisse der anderen zu erfahren, sind eine Verführung für die anderen.

 

Wenn einer von solchen Neugierigen dir sagt: Warum bestehst du darauf, es zu verbergen, dann antworte du ihm : und warum bestehst du darauf, die Geheimnisse von anderen zu erfahren ?

 

Einige, die nachgeben und doch gezwungenermaßen reden, sind entweder hilflos oder haben einen schwachen Charakter. Ein geistlicher Mensch darf aber nicht so sein.

 

Denn die Geheimnisse, die dir anvertraut wurden, musst du bewahren, egal wie oft du gefragt wirst.

Es soll dich nicht in Verlegenheit bringen, wenn derjenige dir sagt: Ach du liebst mich nicht und du vertraust mir das Geheimnis nicht an, deshalb verbirgst du es mir.

 

Diese Worte dürfen dich nicht beeinflussen. Denn obwohl derjenige dir das sagt, wird er dich respektieren, wenn du die Geheimnisse der anderen bewahrst. Er vertraut dir dann und ist sicher, dass du seine Geheimnisse, die er dir anvertraut, genauso bewahrst.

Auch wenn diese Person sauer werden sollte, ertrage das wegen deiner Treue dem anderen gegenüber, denn es ist nicht dein Recht, einen auf Kosten der anderen zufrieden zu stellen.

 

3. Ebenfalls gibt es einige Sachen, wo es vielleicht schädlich ist, sie zu offenbaren oder sie liegen im Verantwortungsbereich der Vorgesetzten, die diese Geheimnisse in der für sie geeigneten Zeit bekannt machen werden.

 

Es gibt also Angelegenheiten, wo du das Recht hast, etwas zu verbergen: Das sind deine private Geheimnisse.

Und es gibt Angelegenheiten, wo du verpflichtet bist, sie zu verbergen: Das sind die Geheimnisse der anderen.

Oder Angelegenheiten, deren Bekanntmachung schädlich ist.

 

Der Mensch, der die anderen nicht unter Druck setzt, um ihre Geheimnisse zu erfahren, ist ein sensibler und sozialer Mensch und die anderen mögen ihn.

Derjenige aber, der die anderen unter Druck setzt, um ihre Geheimnisse zu erfahren, begeht durch diesen Druck eine zweite Sünde. Hinter dieser Sünde liegen viele anderen Sünden und er sollte sich fragen : WARUM?!...

 

Sogar im Beichtgespräch darf der Beichtvater keinen Druck ausüben, um etwas zu erfahren, sondern er soll nur ohne Druck dem Beichtenden helfen. Er ist ein Vater, aber kein Kriminalbeamter...

 

www.kopten.at

Jahre mit den Fragen der Menschen - Teil V - Geistliche Fragen und Fragen über die Heilige Schrift

Seine Heiligkeit Papst Schenouda III

 

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