Eine Kontemplation von S.H. Papst Shenouda III

Die Reue und die Beichte

Viele Menschen machen den Fehler, dass sie glauben, es reicht aus, nur beichten zu gehen. Sie sagen einfach: "Ich habe gesündigt." Somit haben sie gebeichtet und die Sache hat sich erledigt. Nein, so funktioniert die Reue nicht. Es scheint, als würde unser Glaube an das Sakrament der Beichte uns dazu gebracht haben, das Sakrament der Reue zu verlieren (vernachlässigen). Jeder sorgt sich nur darum, die Sünden zu beichten und glaubt, solange er das getan hat, ist die Sache erledigt. Aber was ist mit der Reue? Das Sakrament der Beichte nennen wir in unserer Kirche „das Sakrament der Reue“. Hast du lediglich die Sünde gebeichtet oder verspürst du eine wahre Reue in deinem Herzen? Bist du von Herzen demütig? Verspürst du eine Reue in dir drinnen? Bereust du es wirklich? Bist du traurig über dich selbst - über deinen Zustand? Bist du traurig darüber, dass du Gott verärgert hast? Bist du traurig darüber, dass du Gott traurig gemacht hast? Bist du traurig darüber, dass du den Heiligen Geist aus deinem Herzen fortgeschickt hast? Dass du die Gemeinschaft zwischen dir und dem Heiligen Geist verlassen hast? Bist du traurig darüber, dass dir die Engel während der Sünde zugeschaut haben und wegen dir traurig waren? Bist du betrübt darüber... oder ist es lediglich, dass du ein paar Sünden hast, die du deinem Beichtvater sagst und dir denkst Gott sei Dank und die Sache hat sich damit erledigt? Ist die Beichte nur eine Beziehung zwischen dir und dem Priester oder eine Beziehung zwischen dir und Gott? Dein Beichtvater ist lediglich der Vermittler zwischen dir und Gott, aber Gott ist das Wesentliche!

Aus diesem Grund sündigen die Menschen, beichten und kehren wieder zur Sünde zurück. Warum? Weil es keine Beziehung zwischen ihnen und Gott ist. So eine Person sagt nicht zu Gott: "Gegen dich allein habe ich gesündigt" (Psalm 51:6). Sie urteilt nicht über sich selbst vor Gott. Sie steht nicht erniedrigt vor Gott und sagt Ihm: "Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!" (Psalm 51:4). "Entsündige mich mit Ysop, dann werde ich rein; wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee." (Psalm 51:9). Damit etwas gewaschen wird, um weißer als Schnee zu werden, muss es gründlich gewaschen und stark ausgedrückt werden. Und nachdem es ausgedrückt wurde, muss es wieder ins Wasser und nochmal ausgedrückt und wieder ins Wasser und ausgedrückt werden. Bist du also bereit dazu, dass dich Gott mit so einem festen Griff nimmt, dich wäscht und einige Male ausdrückt? Oder sagst du zu Ihm: Ich bin erschöpft, oh Herr. Und jedes Mal wenn Er dich ausdrücken will, sagst du zu Ihm: Lass Deine Hand nicht so schwer auf mir, ich kann nicht mehr, ich bin erschöpft. Nein, mein Lieber. David sagt zu Ihm: Wasche mich oft und drücke mich aus, so viel Du willst, damit Du den Schmutz aus mir herausbekommst! Reinige mich bis ich weißer bin als Schnee. Seid euch gewiss; die Wäsche, die weißer als Schnee wird, musste eine lange Zeit im Waschvorgang und im Ausdrücken verbracht haben.

"Entsündige mich mit Ysop, dann werde ich rein; wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee." (Psalm 51:9). Das wiederholte er ein paar Mal. "Wasche mich" wiederholte er einige Male. Aber nicht jede Wiederholung ist als bedeutungslose Wiederholung zu betrachten. Wir wiederholen „Herr erbarme dich“ und „Kyrie-eleison“ auch oft, aber es ist keine sinnlose Wiederholung. Es sind keine leeren Worte, die man nur wiederholt. Es gibt eine Aufdringlichkeit und Standhaftigkeit im Gebet.

Es gibt keinen Menschen ohne Sünde! Aber der Unterschied liegt darin, dass es sündige Menschen gibt, die ihre Sünden kennen und andere Menschen, die sündigen, aber es nicht mitbekommen und ihr Sünden nicht kennen.

David sagt: "Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt." (Psalm 51:5-6). Ich wünschte, das würde uns beibringen, dass jeder seine eigenen bösen Taten erkennt.

Wir alle sündigen! Aber es gibt diejenigen, die aufmerksam sind und ihre Sünden bemerken und andere, die das nicht tun. Es gibt jemanden, der zu sich zurückkehrt, sich die Zeit nimmt, um sich an seine Sünden zu erinnern, sie bekennt und Gottes Güte in seinem Leben gedenkt. Und es gibt jemanden, bei denen die Sünden vorbeilaufen, ohne dass er zu sich selbst zurückkehrt, ohne dass er sich seine Sünden bewusst macht oder sie kennt und ohne dass er seine Schwächen und seine Sünden zugibt.

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